March 26, 2021

#1 Jazz Update (Transkript)

#1 Jazz Update (Transkript)

#1 Jazz Update (Transcript)

00:00:07
Willi: Willkommen zur Fundkiste

00:00:09
Ben: euerem monatlichen Musikmagazin

00:00:11
Ben: mit

00:00:11
Willi: Willi

00:00:12
Ben: und

00:00:12
Ben: Ben.

00:00:20
Willi: So, da sind wir. Da sind wir das unsere erste Folge und das wird die volle Ladung Jazz. Wir haben unter anderem Maria, Baptist, Nicklas, Lukassen Nicolai Teich, Robert Kessler und das

00:00:30
Ben: Omniversal Earkestra. Ich hoffe, ich habe das richtig ausgesprochen.

00:00:34
Willi: Ich glaube schon, kurz bevor wir los starten, noch was zu uns. Du wolltest schon immer ein Podcast machen, oder?

00:00:39
Ben: So sieht es aus. Genau. Ich hatte bis Ende 2020 beim Berliner Radiosender KCRW Berlin gearbeitet und der hat leider dichtgemacht. Und da ich aber passionierter Musikjournalist bin, dachte ich mir, ich brauche eine neue Sendung. Ich muss. Ich muss meine Leidenschaft ausleben.

00:00:57
Willi: Und es war echt ein großer Zufall. Wir haben telefoniert, was mir das erzählt. Und ich hatte gerade die Idee gehabt, den Podcast hier neu aufzulegen. Und dann haben wir beschlossen, das einfach zusammen zu machen und uns aber inhaltlich nicht so festzulegen. Das haben wir ziemlich schnell festgelegt. Als wir dann gesprochen haben.

00:01:14
Ben: Gut gesagt und

00:01:16
Willi: festgelegt und festgelegt.

00:01:18
Ben: Genau. Und deswegen haben wir jetzt gedacht, manchen wir so ein monatliches Format, wo wir Künstler vorstellen, die wie cool finden. Genau ein paar Worte zu mir. Wie gesagt, ich komme so ein bisschen aus dem Journalismus. Habe Radio Erfahrung gesammelt. Mach auch was mit Fernsehen parallel. Aber meine große Leidenschaft ist auf jeden Fall Musik. Musikjournalismus.

00:01:40
Willi: cool Ich bin Willi und ich bin ein klassischer Musiker. Gitarrist und bin aber auch sehr in anderen Genres interessiert und eigentlich ist das auch meine heimliche Leidenschaft des Journalistische. Und deswegen haben wir uns jetzt als Team zusammengefunden. Und sind das neue Fundkiste Podcast Team.

00:01:58
Ben: So sieht's aus.

00:01:59
Willi: Willkommen. Willkommen. Bevor wir uns aber jetzt den Mund fusselig reden, hören wir erstmal ein bisschen Musik, und zwar von Robert Kessler Jesaja 41 10.

00:08:28
Willi: Robert Kessler, Jazz, Gitarrist und Bandleader aus Berlin. Er hat ein neues Album in der Pipeline, das heißt Bloodline und es kommt am 19. 3. raus. Das ist dein Geburstag Ben, wenn ich mich nicht irre.

00:08:37
Ben: Korrekt.

00:08:39
Willi: Sollen wir das schon mal im Kalender markieren,

00:08:40
Ben: bitte

00:08:41
Ben: ganz groß mit Rot markieren.

00:08:43
Willi: Genau. Wir haben auch dazu ein kleines Interview gemacht. Ich habe persönlich unter Robert an der Hochschule für Musik Hanns Eisler studiert und wir haben uns vor zwei Wochen getroffen, um dieses Interview zu führen über Zoom. Er kommt übrigens aus der gleichen Stadt wie ich aus Jena.

00:09:00
Robert Kessler: Genau aus Jena komme Ich bin da geboren, aber meine Eltern sind früh nach Berlin gezogen über Wohnungstausch und irgendwelche Umwege, damals noch in der DDR. Und mein musikalischer Werdegang. Ich wollte kein Instrument lernen ursprünglich, weil man eine ganze Großfamilie, ein Instrument spielen, alle spielen Instrumente, manche sind auch Profis geworden. Das war für mich klar, dass ich das nicht wollte, weil meine Großmutter, die hatte immer um sich herum dann so Kulturveranstaltung von ihren Enkelkindern veranstaltet. Da wollte ich definitiv nicht mitmachen. Aber dann hat irgendwann der Grundschullehrer zu mir gemeint Robert, du bist so talentiert, was für ein Instrument spielst du denn? Und dann war ich ein bisschen peinlich berührt. Nein, ich spiele keins. Und dann hab ich mich dazu entschieden, dann doch mit zehn mich in der Musikschule für Gitarre anzumelden bzw. eigentlich wollte ich erst Saxophon. Aber da hatte der Lehrer mich damals gesagt Nee, mach mal nicht, weil seine Zähne sind noch nicht komplett da und mach mal was anderes, hab ich Gitarre gemacht und dann bin ich bei Konzert Gitarre gelandet. Ich wollte ja aber eigentlich, wenn dann am Pop und Rock spielen und überhaupt, dann bin ich bei Konzert Gitarre gelandet. Und dann hab ich dann noch zwei, drei Jahre ganz intensiv gemacht, hat dann aber irgendwann mit ich glaub mit 13 oder 14 dann Eric Clapton an plagt immer mit meinem zu meinem Klassenlehrer gebracht. Das kann ich doch alleine machen. Können wir das nicht machen? Und da hat er dann aber relativ schnell gesagt Ich bin nicht mehr der Richtige dafür muss jemand anders suchen. Und dann bin ich hab ich mit 13 14 schon beschlossen, dass ich irgendwie das gerne beruflich machen will. Aber eben nicht Klassik, sondern im Jazz oder Pop und Rock. Und da hab ich gelesen, es gibt nur Jazz Hochschulen und ich dachte, da muss ich auch Jazz spielen. Ist doch ganz klar. Und ja, und da hab ich viel geübt. Schon während meiner Schulzeit. Bin immer in Pausen nach Hause gefahren. Hab halt geübt, wenn ich nichts anderes machen musste für die Schule. Genau. Und danach hab ich studiert an der Hochschule für Musik Hanns Eisler, dann später Jazz Institut Berlin. Und genau seitdem bin ich der nicht arbeite ich als Freelancer Profi, Lehrer, Hochschullehrer mit verschiedenen Projekten und bin damit auch sehr glücklich.

00:10:56
Willi: Was macht Berlin aus deiner Sicht musikalisch so besonders?

00:10:59
Robert Kessler: Manche Leute sagen das Berlin. So ein bisschen den Charakter aktuell hat wie wie New York in den 80ern, das kann ich nicht, kann ich nicht beurteilen. Ich war da noch zu jung und war auch nicht in New York. Aber vom Hörensagen kann das schon sein. Also ich finde, Berlin ist sehr wild, hat sehr viele unterschiedliche Seiten zu zeigen. Klar als Berlin besonders bekannt für ihre für seine Elektro Szene. Ich glaube. Deshalb sind wir glaub ich international bekannt. Aber ich kann es halt in Berlin einfach nicht auf in die City zunächt corona Zeiten aufschlägt und den Tipp einfach mindestens 100 oder 200 Konzerte am Tag erleben. Was haben wir Wahnsinn ist und alles mit toller Qualität. Viele amerikanische und europäische Künstler leben in Berlin oder lebten eine Zeit lang in Berlin. Und ich finde, wir haben einen tollen Melting Pot. Einfach alles da. Die Stadt hat viel Energie. Man kann viel spielen. Man kann nicht besonders viel Geld hier verdienen, muss man fairerweise sagen als Musiker. Aber es ist halt viel Angebot da und man kann sich austauschen. Man kann Leute treffen. Das ist, glaube ich, deutschlandweit schon einzigartig. Sicherlich dann irgendwie zu vergleichen mit wie Paris, Rom oder dann auch London und New York sicherlich. Also ich bin. Für mich gab es keine andere musikalische Stadt als Berlin. Wenn ich in Deutschland bleiben würde.

00:12:16
Willi: Du hast ja, wie ich lesen konnte, schon mit sehr vielen namhaften Musikern zusammengearbeitet. Kannst du da eine besondere Zusammenarbeit hervorheben?

00:12:24
Robert Kessler: Also spannend, fand ich auch wenn es kein Jazzmusiker war, war die Zusammenarbeit mit mit Udo Lindenberg. Ich habe am Theater am Potsdamer Platz war ich einer der Gitarristen, die hinterm Horizont gespielt haben. Ich war nicht der Principal, aber ein sub Gitarrist. Principle war ich am TDW und hab da dann der Udo kam relativ häufig vorbei und spielte dann halt in seiner Show die Zugabe. Und es war großartig, weil er es mit ihnen zu erleben, dass er relativ klein. Und dann hat er immer diesen riesen Bodyguard dabei und trinkt ständig Eierlikör und er ist halt total abgebrüht und es ist aber total herzlich dabei. Und ich bin gar kein riesen Udo Lindenberg Fan. Wobei ich so was wie Cello oder auch den Radio Song wirklich sehr sehr toll finde. Es war großartig ihn zu erleben, wir haben dann immer Zugaben zusammengespielt. Toller Typ. Und Jazz mäßig fand ich die Zusammenarbeit mit den New York Voices großartig, weil es einfach ein wahnsinns Vocal Ensemble ist.

00:13:25
Willi: Was sind deine größten musikalischen Einflüsse im Jazz und auch darüber hinaus?

00:13:29
Robert Kessler: Ja, es ist wahr und wird es wahrscheinlich auch immer bleiben. Es ist Pat Methene auf Platz eins. Ich weiß nicht, wieso das. Meine Eltern hatten eine Platte, von dem ich wusste gar nicht, dass es eine Gitarre war. Das war die. Letter from home auf der er dann doch viel auch Synthesizer Klänge benutzten. Mir war nicht klar, dass die Platte von einem Gitarristen produziert wurde. Als ich ganz klein war. Und dann hab ich das später nochmal als richtig gecheckt. Damit bin ich groß geworden und ich steh auf seinen Тоn und auf seine Phrasierung, auf seine Melodien. Und das hat mich immer beeindruckt und da bin ich auch immer dran geblieben, hab viel transkribiert von ihm und ansonsten aber auch Kurt Rosenwinkel bei dem ich ein Student war, sicherlich auch ein großer Einfluss und aber auch Leute wie Scofield und Traditionalisten, auch wie Wess Montgomery und Kenny Burrell auch viel und nicht die gitarristisch natürlich ganz viel Parker, Charlie Parker und auch John Coltrane Miles sicherlich auch und die 60er Jahre, somit Benny Golden Hard Bob Zeit, sehr. Auf der anderen Seite hatte ich auch viele Einflüsse aus dem Pop Bereich, also vor allen Dingen Sting Police, ganz viel. Peter Gabriel war auch viel dabei und dann aber auch so Südstaaten Zeug, so Alman Brothers in der ganzen Slide und Country kram. Brad Paisley fand ich auch toll Country Zeugs und Paco de Lucia, Flamenco. Viel gehört, viel gemacht. Vicente Amigo Genau, also das sind so - waren so meine Einflüsse.

00:15:02
Willi: Cool. Zurück zu deiner Musik. Mir fällt auf, wenn ich deine Musik höre, dass du neben diesen wunderschön gestrickten Solo Linien auch Themen verwendest, die so einen krassen Wiedererkennungswert haben. Legst du da besonderes Merkmal drauf?

00:15:15
Robert Kessler: Erst mal vielen Dank für das Kompliment. Das freut mich natürlich. Ich glaube, ich habe immer schon einen ganz starken Bezug zu Melodien und vor allen Dingen Melodien im Verbund mit Harmonik. Ich mag halt dieses Harmonik, Melodie, Gerüst. Da verbringe ich viel Zeit mit und. Und für mich musste das immer trotzdem auch bei aller Komplexität wie Sang oder Sinbad bleiben. Und bevor ich es mit dem Trio aufgenommen hatte ich auch lange Quintett, ein Sextett, wo immer noch eine Stimme dabei war, die die Melodien im Prinzip nicht mit Text, aber mit Melodien mitgesungen hat. Mit mir um, damit es einfach noch mehr transportiert wird und. Es kommt sicherlich auch aus meiner durchaus Pop Sozialisation.

00:15:56
Willi: Kommen wir zu deinem neuem Album Bloodline, das am 19. Dritten rauskommt, kannst du vielleicht kurz skizzieren, wie der Entstehungsprozess zum Album war, über welchen Zeitraum sich die Komposition erstreckt haben und was dich inspiriert hat.

00:16:07
Robert Kessler: Hab halt ungefähr seit. Ja, ich hab so 4, 5 Jahren an dem Album geschrieben, ohne dass ich jetzt schon wusste, dass ich für das Album konkret schreibe. Und inspiriert wurde ich vor allen Dingen durch die Kids. Also meine drei Kinder. Meine große Tochter ist jetzt 9, meine kleinste ist zwei. Also die bestimmen natürlich den Alltag und das Geschehen. Und viele Stücke sind es durch die Kinder inspiriert. Und dann sind wir 2019 ins Studio gegangen, haben die Platte aufgenommen und wir haben die Platte in zwei Tagen aufgenommen. Wir haben sogar noch eine weitere Platte in den zwei Tagen aufgenommen. Also die nächste Platte ist schon im Prinzip fertig.

00:16:52
Willi: Habt ihr noch viel in der Trio Besetzung verändert? Das stell ich mir auch sehr spannend vor.

00:16:55
Robert Kessler: Ja, es ist auch sehr. Es ist auch sehr. Manchmal kommt da noch was. Jedes Konzert ist dadurch auch immer neu. Das genieße ich sehr. Manchmal geht das in die Hose und manchmal ist es traumhaft.

00:17:06
Willi: Erzähl uns doch noch kurz, was du deinem Stück Mann. Mann, das werden wir nämlich gleich hören.

00:17:10
Robert Kessler: Ja. Mann. Mann. So eine große funky 60er 70er Meeters Nummer. Für die, die das kennen, hab ich geschrieben, weil mein Sohn, der hat viel den Sandmann geguckt, als er klein war. Deutsche Kinder Serie kurz vorm Einschlafen, wo man sich den Traumsand aus den Augen wischen muss. Und er konnte immer nicht Sandmann sagen, sondern das kann immer nur man man raus. Das hat er sehr lange gemacht. Wir haben uns immer gringlich gelacht gelacht. Und dann hab ich abends gesessen und dann kam die Nummer bei raus. So eine relativ lockere funky Nummer. Und seitdem heißt es Man Man.

00:23:53
Willi: Was eine geschmeidige Nummer das war Mann Mann von Robert Kessler und das neue Album Bloodline kommt am 19. Dritten raus. Also merkt euch das vor und streamt, was das Zeug hält.

00:24:02
Ben: Und als nächstes haben wir das Omniversal Earkestra, eine 14 köpfige Berliner Big Band, die im November 20 20 neues Album rausgehauen hat. Das ist eine Hommage an die Musik aus Mali aus den 70ern der Name schon irgendwie verrät. Speziell an Big Band, Musik und Afro Beat. Und ein Teil dieser Truppe ist nach Mali gereist, Anfang 2019. Und dort haben sie Klassiker dieser Ära neu interpretiert und neu eingespielt. Herausgekommen ist ein richtig richtig gutes Album, was ich finde, mit richtig viel Energie. Es macht richtig Spaß. Und von diesem Album hören wir jetzt Gambari.

00:30:35
Ben: Das war Gambari von dem Omniversal Earkestra vom Album Le Mali 70 und während es gespielt hat, sind wir hier ein bisschen abgegangen und haben gefeiert. Da wir dieses Lied sehr gut finden tatsächlich

00:30:50
Willi: mega Bläser also wirklich richtig geil. Ja, genau. Kommen wir zu unserem nächsten Artist. Und zwar ist es Maria Baptist, Pianistin und Komponistin aus Berlin. Und ich hab ihr so ein paar Fragen vorab geschickt, einfach damit wir so ein bisschen einen Eindruck bekommen, wie sie ihre letzte Zeit verbracht hat. Speziell, weil das Jahr 2020 als Musiker nicht so einfach war. Und sie hat uns erzählt, dass sie Anfang des Jahres ihr Album Facing Duality aufgenommen hat. Von dem werden wir dann nachher auch ein Stück hören. Und im zweiten Lockdown komponiert sie gerade eine Suite für Jazz Orchester, auf die wir uns natürlich auch sehr freuen zu hören. Und ansonsten übt sie wohl viel und bleibt einfach künstlerisch am Ball

00:31:34
Ben: und backt Brot.

00:31:36
Willi: Genau, hab ich auch schon überlegt.

00:31:39
Ben: Es ist ein gute Sache, es voll im Trend.

00:31:40
Willi: ach cool. Da muss ich mich auch mal mit beschäftigen. Genau. Und dann hab ich Maria noch gefragt, was die Konzert Erlebnisse in ihrer bisherigen Laufbahn waren, die sie so am meisten irgendwie geprägt haben. Und da berichtet sie besonders von einem Konzert 2019 in Lyon, wo sie sehr am Piano Solo gespielt hat. Und da sagt sie einfach Diese Kulisse war traumhaft. Also der Steinway stand mitten im Rasen hinter einem Kloster und mit Blick auf Lyon. Das kann man sich richtig gut vorstellen oder?

00:32:06
Ben: klingt idyllisch.

00:32:08
Willi: Genau. Und was mich natürlich auch immer noch sehr interessiert, ist die musikalische Zusammenarbeit sozusagen. Also welche musikalische Zusammenarbeit hat die Musiker besonders beeinflusst, geprägt? Das ist vielleicht auch, weil ich selber Musiker bin. Und da hat sie gesagt, dass sie 2014 ihr Jazz Orchester in Berlin gegründet hat. Und damit hat sie sich einen lang gehegten Traum erfüllt. Und seit 2015 spielen die regelmäßig in der Kunst fabrik Schlott Und es ist eigentlich eine feste Besetzung, aber da sind auch immer wieder Gastmusiker und ich kann mir vorstellen, dass so ein Klangkörper, so eine Arbeit mit so einem Klangkörper extrem inspirierend und befriedigend ist. Genau, und da wären wir sicherlich in der Zukunft auch noch viel hören. Und dann müsste auf jeden Fall hingehen, wenn der Lockdown vorbei ist in die Kunst Favrik Schloot. Maria spielt da regelmäßig und wir hören jetzt aber von ihrem Album Facing Duality den Track Facing Duality.

00:38:53
Ben: Geschmeidig. Das war Maria Baptist von ihrem Album Facing Duality. Und das Lied heißt ebenso Facing Duality. Übrigens Funfact Maria Baptist hat in den 1990er Jahren ein Privat Konzert für Michael Jackson gegeben.

00:39:07
Willi: Krasse Nummer. Als nächstes kommen wir zu Niklas Lukassen.Niklas Lukassen ist ein Bassist, Bandleader und Komponist. Er lebt in Berlin, hat aber eigentlich drei Jahre in New York gelebt, was ja allgemein als Jazz Metropole bekannt ist. Und er ist erst 2020 sozusagen, obwohl er sich eigentlich schon auf ein spannendes neues Jahr in New York gefreut hat, nach Deutschland zurück gekommen, weil seine Wohnung zwangsgeräumt wurde in New York aufgrund des Pandemie Geschehens kann man sagen und da musste er sich natürlich ziemlich schnell von seinen Freunden verabschieden und hat nicht mal seinen Kontrabass und andere Instrumente mitnehmen können. Die sind immer noch in den USA und das hat bei ihm natürlich auch wie er sagt, so eine kleine Sinnkrise ausgelöst. Aber er hat natürlich auch großes Glück gehabt. Sein Berlin sofort einen Wohnort gefunden hat, auf dem er bauen kann, wo ein starkes Netzwerk hat und Freunde hat. Und genau deswegen war aber diese Pandemie für ihn schon ein großer Schock und vielleicht auch eine ziemlich abrupte Veränderung der Lebensumstände. Und außerdem erzählt er uns noch ein bisschen von seiner musikalischen Zusammenarbeit. Auch hier habe ich wieder gefragt Welche Musiker sind eigentlich der Zusammenarbeit am inspirierenden gewesen? Und da sagt er haben zwei Menschen musikalisch und persönlich haben ihn sehr geprägt. Einmal Ron Carter und Mike Stern. Und ja, Carter war sein Bass, Lehrer in der Manhattan School. Und er Er berichtet auch, dass er am Anfang aus Respekt sehr nervös war. Am Anfang und eingeschüchtert, weil er von seinem Vorbild lernen durfte. Das kann man sich irgendwie sehr gut vorstellen. Und es hat wohl eine Weile gedauert, bis sie sich daran gewöhnt hat und er sich in seiner Gegenwart wirklich wie er sich selbst gefühlt hat. Und von Nicklas möchten wir natürlich auch unbedingt einen Track spielen. Ich finde, er ist ein großartiger Bassist und er heißt To Climb und den hören wir jetzt.

00:46:38
Willi: Boah,

00:46:39
Ben: fantastisch, oder?

00:46:41
Willi: Ja, auf jeden Fall, das hat mich richtig mitgenommen. Als nächstes Ben sprechen wir über Nikolai Teich.

00:46:47
Ben: Korrekt.

00:46:49
Ben: Die Nikolai Teich ist ein Wiener Klavierspieler und Komponist, den ich vor ein paar Tagen auf Zoom gesprochen habe, und ich wollte von ihm wissen, wie seine Auslandsaufenthalte ihn geprägt haben. Wir haben außerdem über sein neues Album Storm gesprochen, was im Frühjahr rauskommt, und er hat mir gesagt, dass er jetzt im Laufe der nächsten Wochen neues Material veröffentlicht. Aber zuerst wollte ich von ihm wissen, wie in seiner Heimatstadt Wien geprägt hat.

00:47:13
Nikolai Teich: Wien Man ist überall umgeben von Mozart, Beethoven, Schubert und also schon als kleines Kind habe ich meine Mutter mitgenommen zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten, die mit Mozart, Beethoven, Schubert zusammenhängen. Und dann habe ich mit acht Jahren begonnen, bei einer Wiener Sängerknaben zu singen und kommt man auch sehr schnell in Kontakt mit der Musik der Wiener Klassik und mit alle Komponisten, die in Wien tätig waren.

00:47:42
Ben: Du bist mit Anfang 20 in die USA gezogen, um dort Komposition zu studieren. Wie hätte ich das beeinflusst und wo warst du genau?

00:47:49
Nikolai Teich: Ich war am San Francisco Conservatory of Music, das ist im Prinzip das Konservatorium in San Francisco. Und geprägt hat es mich. Ja, ich würde sagen, das, was mich am meisten geprägt hat, war, glaube ich, dass die Schule mir sehr viel Freiheit gegeben hat, dass man nicht sehr stark in eine Linie, in eine Richtung gedrängt wurde. Als Komponist, als Student dort. Und dass mir das erlaubt hat, sehr viel alleine zu forschen und zu hören, war mein Lehrer. Damals war es sehr offen, was ich konnte ihn in der Stunde nehmen, was ich wollte. Im Prinzip. Und das hat mir erlaubt, viele, viel Musik zu entdecken, die außerhalb des klassischen Bereichs lag. Klassisch speziell ich mehr ziemlich viel an Rachmaninow gelegen und an Bach und Schumann. Aber dort habe ich ziemlich viel Flamenco zu hören begonnen und bulgarische Volksmusik. Wobei ich mich mit der auch schon in Österreich auseinandergesetzt hatte. Ein bisschen R'n'B, ein bißchen Pop und natürlich auch Jazz.

00:48:52
Ben: Du sagst, verschiedene Musikgenres haben mich inspiriert, zum Beispiel Pop und Jazz. Wie beeinflussen nicht diese Sounds?

00:48:57
Robert Kessler: Wie man das am ehesten zusammenfassen kann, ist, glaube ich, dass mich ähnliche Elemente aus all diesen Genres berühren, emotional berühren. Da geht es um gewisse rhythmische Elemente oder harmonische oder melodische melodische Elemente. Und ich glaube, dass ich, wenn ich diese Schnittstellen finde, sozusagen, dann kombiniere ich die irgendwie auf meine Weise. Aber z.B. bei Flamenco hat mich immer schon das Rhythmische sehr geprägt.

00:49:26
Ben: Dein neues Album Storm kommt im Mai raus. Was hat es mit dem Titel auf sich?

00:49:29
Robert Kessler: Der Titel ist nur der Titel eines der Stücke im Album, das meiner Meinung nach das stärkste Stück im Album ist. Und. Vielleicht doch allgemein die Atmosphäre des Albums oder meine der Zeit, in der die Musik für das Album geschaffen wurde ganz gut beschreibt.

00:49:48
Ben: Als junger Musiker sucht man ja oft nach seinem eigenen Sound. Ging es dir bei diesem neuen Album auch so?

00:49:53
Robert Kessler: Ja. Speziell nach meinem eigenen Stil. Wobei ich glaube, dass das organisch entstehen muss. Einfach in mir selber geforscht, in welche Richtung das mich am meisten zieht, welche Musik ich am meisten spielen und hören will. Und somit hat sich dann auf natürliche Weise ergeben, welche Musik komponieren wollte.

00:50:17
Ben: Hat sich der Lockdown auf deinen Sound ausgewirkt?

00:50:20
Robert Kessler: Ich habe Zeit in mich einzukehren und wirklich mich intensiv mit Musik auseinanderzusetzen und mich damit auseinanderzusetzen, welche Musik ich wirklich liebe. Das einzige, was sich vielleicht anders entwickelt hätte, ist, ich hätte es wahrscheinlich viel mehr mit anderen Musikern gespielt, um mich mit anderen Musikern auszutauschen. Eine Zeit. Vielleicht wäre das immer in eine andere Richtung gegangen. Aber allgemein gesehen würde ich nichts sagen.

00:50:45
Ben: Dann fehlt dir der Austausch mit anderen Musikern aktuell?

00:50:48
Robert Kessler: Absolut, ja. Also es ist extrem wichtig, mit anderen Musikern zu spielen und sich austauschen zu können. Und ich freue mich schon sehr darauf, wenn es hoffentlich mal wieder vorbei ist, dass sich wieder vermehrt mit anderen Musikern spielen kann.

00:51:04
Ben: Auf deinem Album gibt es einen Track, der heißt Midnight Flight mit einer ganz dichten Atmosphäre wie ein Soundtrack zu einem Film. Erzähl uns doch mal, was dich dazu inspiriert hat.

00:51:12
Robert Kessler: Lustig, dass du das mit Soundtrack sagst. Das ist wahrscheinlich das Kommentar zu meiner Musik, die ich am häufigsten höre. Das ist ein bisschen, wie viel Musik klingt, ein bisschen wie Soundtracks klingt. Ich glaube, dass für dieses Stück speziell ich ein bisschen von Pierre Zoller inspiriert bin. Haben vielleicht nicht klar heraus. Aber ich glaube, rhythmisch, um noch ein bisschen von den Bewegungen her melodischen Bewegungen her habe ich da einiges von Piazolla übernommen. Und ja, so Midnight Flight deswegen, weil ich als Szene dazu irgendwie sehe, wie jemand in der Nacht dem Sternenhimmel entgegen liegt oder über eine Stadt fliegt. Ja, das Lied ist in der Nacht entstanden. Und ich habe zum Glück ein Klavier, das ich mit Kopfhörern spielen kann. Deswegen kann ich über Nacht auch komponieren.

00:52:00
Ben: Ja, das bringt mich zu deinem kreativen Prozess. Was inspiriert dich? Schreibst du oft in der Nacht?

00:52:05
Robert Kessler: Ja. Ich bin eine Nachtmaden. In der Nacht bin ich viel kreativer. Die Inspirationsquellen sind meistens entweder ein Stück oder Stücke oder ein Künstler, die ich viel gehört habe und die mich dann inspirieren. Mit diesen musikalischen Welt selber etwas zu versuchen oder wirklich ein starkes Gefühl, das ich im Moment durchlebe, dass ich irgendwie musikalisch ausdrücken will. Aber es gelingt mir meistens in der Nacht, das klarer auszudrücken und das klar zu leben. Was am Tag.

00:57:36
Ben: Das war Nikolai Teich mit Midnight Flight von seinem neuen Album Storm.

00:57:41
Willi: Und das war auch gleichzeitig unser letzter Künstler dieser Folge.

00:57:45
Ben: Ja, ich weiß. Wir sind genauso traurig wie ihr. Aber alles Gute muss irgendwann ein Ende finden.

00:57:51
Willi: Ja, wir sind auf jeden Fall super glücklich, diese fantastischen Musiker in unserem ersten Podcast dabeizuhaben. In der nächsten Folge werden wir uns mit Indiepop beschäftigen, als etwas ganz anderes. Und die nächste Folge kommt dann in dem nächsten Monat raus.

00:58:06
Ben: Und wenn euch diese Folge gefallen hat, dann könnt ihr uns gerne unterstützen. Auf ko-fi.com/fundkiste Da können wir uns gewissermaßen einen digitalen Kaffee ausgeben, also einen kleinen Geldbetrag sponsern, um uns zu unterstützen. Das würde uns erfreuen. Auf derselben Plattform könnte übrigens auch Mitglieder werden und uns einen monatlichen Beitrag zukommen lassen. Und dafür bekommt ihr coolen, exklusiven Inhalt, wie zum Beispiel ungekürzte Interviews, Making of Material und so weiter. Außerdem bekommt ihr die Podcast Folgen immer ein bisschen früher, als sie auf den Plattformen erscheinen. Eine gute Sache also. Und das Ganze findet ihr auf ko-fi.com/fundkiste

00:58:47
Willi: Also dann bis zunächst Podcast und einen schönen Start in den Frühling. Bis bald.

00:59:05
Willi: Das war die Fundkiste Schön, dass ihr dabei wart. Bis zur nächsten Folge.